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Holländische Freude 11.03.2018 09:22 Uhr   #214
Mal wieder ein Konzertbericht von mir! Hab noch einige Textideen, zu denen ich nicht komme, daher mal "zwischendurch" mal wieder Musikalisches!

Die Bilder sind schon "ewig" online. Zeit auch mal ein paar Worte zu verlieren!

Auf jeden Fall war ich mal wieder im üblichen Colos-Saal in Aschaffenburg. Für die Unterhaltung war die Band VuuR zuständig. Das neueste Projekt der Metalsängerin und Gitarristin Anneke van Giersbergen. Nachdem ich anno dazumal sie leider verpasst habe mit Devin Townsend zu sehen, war dies nun die Gelegenheit! Support war auch dabei, in Form der Polnischen Band Votum.

Pünktlich um 20 Uhr ging auch das Licht aus und Votum kamen auf die Bühne. Hatten sich die Gesichter bemalt um "pöse" auszusehen. Dachte ich erstmal noch "naja" und so als "unbekannte" Band waren zwar ich - und wohl die meisten Anwesenden -gespannt, was uns erwarten würde. Doch die Band konnte das Eis brechen! Ein sehr abwechslungsreicher, progressiver/technischer Metal konnte uns Publikum nach schon 2-3 Songs überzeugen und Mähnen wurden gewedelt und viel Applaudiert!
Hervorzuhebende Dinge waren auf belustigender Seite der Keyboarder, der sein Instrument desöfteren mit einer Hand hochhob, während er mit der anderen ein paar Tasten drückte. Soll wohl so ähnlich gedacht sein, wie wenn Gitarristen ihre Gitarre vor sich hin schwenken. Hab ich so am Keyboard tatsächlich noch nie gesehen. Wenn man Lust hat
Zum anderen ist in Metal und Rock Kreisen (und vermutlich auch in anderen Musikrichtungen) es relativ normal, dass Gitarre und Bass ihre Fußschalter haben, um Höhen/Tiefen/etc. vom Verstärker umzustellen und verschiedenen Sound zu generieren. Hier hatten wir sowas sogar für den Sänger, der damit seine Stimme dann teilweise verzerrt hat oder Hall eingebaut wurde usw. Auch etwas, was ich so direkt mich nicht erinnern kann, das gesehen zu haben.
Auf jeden Fall kam die Band beim Publikum insgesamt gut an und vermutlich hätten viele nichts dagegen gehabt, wenn die Jungs mehr als ihre etwa 35-40min Spielzeit vertont hätten! Aber das ist halt "das Leid" einer Vorgruppe!

Danach ging der Umbau recht fix von Statten. Als erstes wurde die Bühne geräumt. Nur das Schlagzeug und der Mikrofonständer blieben vorhanden. Damit war klar, dass VuuR wohl mit In-Ear-Monitoren spielen wird. Entsprechend war auch der Soundcheck sehr schnell abgehandelt: Einmal auf alle Trommeln hauen, kurz ins Mikro sprechen und fertig. Da dachte ich noch: "Das reicht? Na gut..." Warum ich das so speziell erwähne? Wir kommen noch dazu
bzw. zum zweiten Punkt kann ich direkt kommen, denn die ca. 15-20min Umbaupause waren ja schnell erledigt und VuuR kamen auf die Bühne. Und sorry: Keine Ahnung, wie es In-Ear klang, der erste Song wurde normal gespielt aber wurde einfach zum abmischen genutzt, weil der Sound war zu Beginn einfach grauslig. Erst so nach der Hälfte des Liedes kamen aus den Boxen taugliche Töne! Nichtsdestotrotz freute sich das Publikum sofort auf die Band und vermutlich noch mehr über Anneke und wurde gut gefeiert. Etwas verwirrt war ich, dass "nur" zwei Gitarristen (und Anneke als dritte und Sängerin natürlich) auf die Bühne kamen. Aber nach dem ersten Song wurde das schnell aufgeklärt: Ihr Bassist musste mitten in der Tour wieder nach Hause; klang wie "Todesfall in der Familie"
Anneke war - trotz, dass das ganze ja nicht gestern passiert ist - immer noch etwas mitgenommen und die Erklärung war etwas durch den Wind und Gitarrist Jord musste sie kurz knuddeln :). Auch nutzte sie wegen ihrer eigenen Verwirrung desöfteren "fuck"; sehr sympathisch

Doch zurück zur Musik... oder mal kurz nochmal was "anderes": Schon beim ersten Lied fiel mir auf, dass die ganze Band - und vor allem Anneke - ständig ein Lachen im Gesicht haben. Das strahlte geradezu Freude und Spaß aus. Ganz klar: Da oben ist keine Band, die ihre Zeug runterspielt und fertig, sondern die sind total dabei und sind mega glücklich Musik zu machen! Das macht natürlich auch Eindruck für das Publikum und ist schnell Feuer und Flamme! Entsprechend wurde die Band viel umjubelt!
Da VuuR, als so neues Projekt und nur einem Album, nicht so viel Material zum spielen hat, wurden von Anneke auch Lieder von ihren "alten" Bands ausgepackt. Beginn dafür war eine kleine "Akustiksession", nur Anneke mit Akustikgitarre. Bevor es hier mit einem The Gathering Song losging, gab es noch ein paar technische Probleme mit einem Kabel und Batterien und überhaupt und Anneke versuchte entsprechend die Zeit mit klassischem Small-Talk ala "How was your day?", "Oh yeah, the weather,..." zu überbrücken, was zur allgemeinen Erheiterung führte. Die Unterbrechung störte da gar nicht so sehr! Gut gemacht Und endlich gingen die ruhigen Songs los und ich hab zwar keine Feuerzeuge gesehen, wären aber nicht direkt unpassend gewesen! Als "Bandfremder" Song wurde auch noch etwas von Ayreon gespielt (der Schlagzeuger von VuuR trommelt auch für Arjen!), wenn ich mich nicht täusche war es das Lied "Sea Of Machines". Entsprechend der Akustiklage auch ein sehr ruhiger Song. Die Dame neben mir im Publikum konnte aber trotzdem ihre Füße nicht still halten, was danach Anneke zu einem "You can't dance to Sea Of Machines; great that you did it anyway!" (grob) brachte.
Doch nach diesem kleinen Intermezoo ging es wieder zurück zu E-Gitarren und härterer Gangart. Oh, hab ich glaub bisher noch gar nicht gesagt, was für Musik hier eigentlich gespielt wird: VuuR spielen einen sehr technischen Metal, irgendwo im Heavy/Power/Progressive Metal angesiedelt. Kann das nicht so ganz einordnen. Störte aber auch die Leute nicht, sondern natürlich wurde die Band frenetisch zurück auf die Bühne gejubelt, als die sich einfach verdrückt haben, sowas! Leider konnten die "TWO!" rufe nicht überzeugen und es gab leider nur einen Song in der Zugabe!

Nach dem Auftritt kurz noch mit Anneke geredet und ihr meine Einschätzung über ihre Freude bei der Musik mitgeteilt, die sie zu bestätigen wusste! Und sie meinte, "Wetter" ein völlig normales Thema bei einem Metalkonzert; was ich tatsächlich nicht widerlegen konnte (blöde Blackmetal Bands :P)

Wunderbarer Abend mit toller Sängerin und Instrumentalistin und Band und überhaupt! Falls VuuR sich zu euch in die Gegend verirrt: Angucken!
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